Eltern sind für deine Hochzeit wichtig – auch wenn sie unglücklich geschieden sind

Ein Blick hinter die Kulissen

Brautpaarcoaching, dass die Ehe hält

Überall liest Du, der Hochzeitstag ist der schönste Tag im Leben – alle sind glücklich. Die Bilder sprechen für sich. Was ist hinter den Kulissen los? Sind da wirklich alle in unendlicher Harmonie glückselig? Manchmal ist eben nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen.
Da sind unglücklich geschiedene Eltern, Braut oder Bräutigam hat ein mehr als angespanntes Verhältnis zu beiden Eltern oder nur zu einem Elternteil. Eigentlich spricht und schreibt man darüber nicht. Das Bild soll ja ungetrübt bleiben. Heute möchte ich mal einen Blick hinter diese Kulissen werfen.

Vermutlich liest Du diese Zeilen, weil Du genau mit einer dieser Situationen konfrontiert bist. Und nun dich nun fragst:
Was mache ich mit meinen geschiedenen Eltern?
Soll ich ohne meine Eltern heiraten?

Deine (unglücklich) geschiedenen Eltern
Ab und zu habe ich schon erlebt, dass die gesamte Familie mit Mord und Totschlag am Hochzeitstag gerechnet hat, weil die geschiedenen Eltern aufeinander treffen. Es hätte auch nichts gebracht, sie möglichst weeeeiiiit auseinander zu platzieren.
… passiert ist nichts. Im Gegenteil: Vater und Mutter saßen einträchtig mit ihrem Sohn / ihrer Tochter zusammen an einem Tisch – sogar mit den neuen Lebenspartnern.

Du denkst dir gerade, das kann ich mir bei meinen Eltern nicht vorstellen? Das konnte sich der Bräutigam / die Braut damals auch nicht vorstellen. Er / Sie überlegte sogar, einen Elternteil gar nicht einzuladen, war sich allerdings nicht schlüssig wen, da er / sie zu beiden ein gutes Verhältnis hatte. Du fragst dich, wie das ging?

Das Zauberwort heißt "Eltern" - Vater & Mutter. Deine Eltern sind als deine Eltern auf deiner Hochzeit - als Vater und Mutter.
Der Konflikt deiner Eltern ist auf der Ebene der beiden ehemaligen Eheleute. Da gehört er auch hin. Er gehört NICHT zu dir. Beide sind auf der Hochzeit als dein Vater und als deine Mutter eingeladen. Das ist die Ebene, auf der sie sich begegnen können. Und das darfst Du beiden auch klar machen. Ihren Streit dürfen sie für deinen großen Tag mal bei sich lassen, wie er ja auch grundsätzlich nur zu ihnen gehört. Hier liegt für die beiden auch eine Chance.

Ich habe schon erlebt, dass die Hochzeit des gemeinsamen Kindes positive Folgen für den Umgang miteinander gesetzt hatte. Sie konnten erleben, dass sie sich auch ohne Vorwürfe - ABER voller Stolz auf ihre gelungene Tochter / gelungenen Sohn begegnet sind.

Dass das nicht immer einfach ist, ist auch klar. Ich sehe es als Teil der Trauungsvorbereitung mit euch, dich zu unterstützen, mit diesem Thema gut für dich selber umzugehen. Selbstverständlich können wir miteinander im Rahmen einer systemischen Beratung arbeiten, auch wenn Du nicht mit mir heiratest. Schreib einfach oder ruf an 08241/9183204.

Ohne Eltern heiraten, weil Du einen gestörten oder gar keinen Kontakt zu ihnen hast?
Ist auch keine Lösung. Jeder Mensch trägt auf körperlicher Ebene 50 % Vater – 50 % Mutter in seinen Genen und darüber hinaus bist Du zu 50 % Vater – zu 50 % Mutter. Einen Teil davon abzulehnen, heißt auch, dich selber zur Hälfte unbewusst abzulehnen.

Alles, was unterschwellig abläuft, beeinflusst einen Menschen sehr stark in seinen Handlungen. In der Psychotherapie spricht man auch vom Schatten. Er liegt im Dunkeln und wirkt im Verborgenen. Er möchte aber heraus. So findet eine Übertragung auf die Umgebung statt. Kämpfe, Konflikte werden plötzlich auf „Spielwiesen“ ausgefochten, wo sie überhaupt nicht hingehören – meist beim Partner.
In Zeiten, wo in der Partnerschaft alles gut ist, taucht dieser Schatten gar nicht auf. Dann gibt es wieder Abschnitte, wo eben nicht alles rund läuft. Und plötzlich sind alte Muster da, die mit deinem Ehepartner eigentlich gar nichts zu tun haben. Du kämpfst immer noch mit deinen Eltern. Dein Partner ist zu Recht verletzt. Er kann ja schließlich nichts für deinen Umgang mit eurem aktuellen Konflikt.

Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass es nicht viel braucht, sich mit seinen Eltern auszusöhnen - außer, dass Du es auch möchtest. In der Versöhnung mit deinen Eltern geht es nicht nur um dich. Es geht auch um eure zukünftigen Kinder. Die Konsequenz deiner "Funkstille" wäre auch, dass sie ohne die Großeltern von deiner Seite aufwachsen. Auch ihnen würde ein Teil fehlen, und das wäre doch schade.

In der Trauungsvorbereitung können wir gerne in diese dunkle Ecke schauen. Miteinander bringen wir Licht ins Dunkel. Ich bin mir sicher, dass dieser Tag mit deinen Eltern für dich noch viel schöner wird.

Deine Silvia

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